Celemony Melodyne 3.2

Produkt: Melodyne studio 3.2
Hersteller: Celemony
Anwendung: Mehrstimmiger Audio-Editor
Preis: 699,00 Euro
System: ab Mac OS X 10.3.9 (PPC/Intel)
Audio Host:: VST, AU, RTAS, DXi
Produkt-Link: Celemony Melodyne studio 3.2

Einleitung

Eine der innovativsten Firmen auf dem Gebiet "Audio am Computer" ist die Münchner Firma Celemony, die sich mit ihrer Software Melodyne auf Echtzeit-Tonhöhenbearbeitung spezialisiert hat. Es gibt  hier mittlerweile eine stattliche Anzahl an Produkten: von der "kleinen" Version Melodyne Uno über das Melodyne plugIn (welches ich besonders gern verwende, da es sich so perfekt in die Sequenzerumgebung integriert) bis zu Melodyne cre8 (mit bis zu 8 Spuren) und schließlich Melodyne Studio - die Multitrack-Version, die es erlaubt mit ganzen Songs und mit polyphonem Material zu arbeiten. Ich hatte die Gelegenheit, das Flaggschiff "Melodyne Studio" auf Herz und Nieren zu testen.

Am Anfang steht eine äußerst „schmerzfreie“ (also schnelle) Registrierung, nach der man durch einfachen Zugriff auf das "myCelemony"-Konto jederzeit einen Überblick über die gekauften Produkte und die Verbleibende Anzahl an Freischaltungen erhält. Eine Aktivierung via iLok ist ebenfalls möglich.

Beim Öffnen des Standalone-Programms (zu Melodyne plugIn später mehr) fallen einem sofort die Multitrack-Umgebung und  das aufgeräumte Erscheinungsbild auf. Audiodateien werden auf die Tracks gedroppt und schon kann es losgehen. Ob man subtile Veränderungen oder Korrekturen durchführt oder „Phantasiekreationen“ entwirft – Melodyne hat für beide Aufgaben die richtigen Werkzeuge. Die Tonhöhe kann auf einem Notensystem am oberen Teil des Fensters (auf dem auch der Rhythmus dargestellt wird) und auch linker Hand am „Notenlineal“ des jeweiligen Audiofensters abgelesen werden. Im Hauptfenster sieht man alle Spuren übereinander und zum Editieren wechselt man durch Doppelklick in die jeweilige Spur.





Dort stehen einem Werkzeuge zur Tonhönenänderung, Längenänderung, Bearbeitung der Amplituden und Formanten  und Zerschneiden von Audiomaterial zur Verfügung.

 

Es gibt hier jeweils auch noch Untermenüs; das Pitch Tool beispielsweise hat Optionen für Modulation (Vibrato).

Alle Funktionen erklären sich eigentlich von selbst bzw. kommt man durch Experimentieren (was in diesem Programm großen Spaß macht) meist von alleine zum gewünschten Ergebnis. Sollte dies einmal nicht so sein, kann man sich mit Hilfe des ausführlichen und verständlich geschriebenen Handbuchs (als PDF und auch gedrucktes Ringbuch mitgeliefert) schlau machen.

Die Möglichkeit, die Art zu bestimmen, wie Melodyne das Audiomaterial behandelt (ob rhythmisch oder polyphon/melodisch), lässt sich ändern. Melodyne erkennt zwar eigentlich selbst die „richtige“ Audiocharakteristik, jedoch kommt man durch Wählen einer anderen oft auf unvorhergesehene und sehr inspirierende Ergebnisse. So ist von realistisch klingender Veränderung bis hin zu surrealen Ergebnissen alles drin. An- und Abschaltbar sind die Quantisierung in den üblichen Schritten (Notenwerte) und auch „Pitch Snap“: Töne rasten entweder halbtonmässig oder nach einer Tonleiter – die gängigen und auch selbst definierte – bzw. gar nicht ein. Letzteres eignet sich perfekt zum Feinstimmen. Auch das Tempo lässt sich anpassen; falls Autostretch aktiviert ist, passt sich das Audiomaterial an das Tempo an, andernfalls verschiebt sich nur das Raster.

Ein Feature macht das Programm noch intuitiver: Mit Hilfe eines Keyboards kann man via MIDI das zu verändernde Material tatsächlich „spielen“ und bekommt so auf direkte Art und Weise (und sehr musikergerecht) das Resultat. Dieses Experimentieren macht nicht nur Freude, sondern beschleunigt das Arbeiten auch enorm. Durch Setzen der Lokatoren kann ein Segment im Loop wiedergegeben werden – sehr hilfreich und für ein Programm dieses Kalibers selbstverständlich.

Auf einem aktuellen Mac Pro läuft das Programm wie zu erwarten flüssig; es klingt außerdem sehr gut, selbst bei extremen Tonhöhenänderungen. Melodyne unterstützt Auflösungen bis 32-bit und 192 kHz.

Das Melodyne plugIn bietet gewissermaßen die gleichen Funktionen für Audiospuren im Sequenzer-Host. Es liegt für die Schnittstellen VST, AudioUnits und RTAS vor. Am Anfang nimmt man da Material dieser Spur auf (Melodyne erkennt von selbst, wann das Signal beginnt und fängt an dieser Stelle mit der Aufnahme an). Den Zielordner der Aufnahme kann man vorher wählen. Danach lässt sich die Wellenform verändern. Undo steht ebenso zur Verfügung wie die diversen Werkzeuge. Hat man Melodyne plugIn geöffnet, hört man nur noch das Material, das in dessen Bearbeitungsfenster aufgenommen bzw. editiert wurde. In Cubase wie in Logic funktioniert das ganze flüssig. Natürlich muss man sich an den Arbeitsablauf erst gewöhnen, aber das sollte kein größeres Problem darstellen.

Zusammengefasst

Alles in allem ist dies eine Software mit hohem Nutzwert und gleichzeitig ein sehr inspirierendes Tool, unbedingt empfehlenswert nicht nur für Studiobetreiber, sonder auch für Sounddesigner und Elektroniktüftler. Es empfiehlt sich nach dem Testen der Demoversion erst einmal mit einer einfachen Version einzusteigen und dann evtl. upzugraden. Vor allem die qualitativ hochwertigen Transponierungsalgorithmen machen diese Anwendung zur ersten Wahl für alle Pitch-Shift-Aufgaben. Ein toller Bonus: User von Celemony Melodyne Studio bekommen Melodyne plugIn (sonst 299 €) umsonst!

Für gut befunden:

  • hohe Transponierungsqualität
  • direkte Steuerung via MIDI
  • intuitive Bedienung
  • in sinnvoll und kundenfreundlich gestaffelten Preisklassen erhältlich

Für weniger gut befunden:

macspot.de Bewertung: 4.5 von 5

Bewertung: 4.5 Punkte

Die Leser vergeben für das Produkt:

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