Ableton Live 8 Produkttest

Produkt: Live 8
Hersteller: Ableton
Anwendung: Professionelles Audio- und DJ-Tool
Preis: ab 349,- € (Download); ab 449,- € (Box-Version)
System: Mac OS X 10.4.11 oder höher
Lieferumfang:
  • Ableton Live 8 Installations-DVD (nur Box-Version)
  • Essential Instrument Collection 2 (nur Box-Version)
  • Built-in interactive lessons
  • PDF Anleitung in Englisch, Spanisch, Deutsch und Japanisch (Box-Version gedruckt)
  • Ableton Stickers (nur Box-Version)
Produkt-Link: Ableton Live 8

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Produkt der in Berlin ansässigen Firma zum Quasi-Standard gemausert, was spontanes Spielen mit Loops, „Mash-Ups“, Arrangieren „on the fly“, auf der Bühne improvisierte Remixes, aber auch simples Auflegen betrifft. Mit seiner Fähigkeit, Audio in Echtzeit zu stauchen, dehnen, verstimmen und zu zerbröseln, hat es schon in der ersten Version 1 überzeugt. Damals noch ganz einfach – man hatte nur einige wenige – und nur hauseigene – Plug-Ins (das sind computerinterne „virtuelle“ Effektgeräte, die in den Signalweg eingeschleift werden können) zur Verfügung, kein VST/AU-Standard, ein Bruchteil der heutigen vielseitigen Bearbeitungsmöglichkeiten und kein MIDI – und trotzdem schon absolut überzeugend in seiner puristischen Art.

 

Nun kam dieses Jahr bereits Version 8 des beliebten Programms auf den Markt. Wir wollen uns mal anhören, was es so neues gibt und ob sich ein Kauf bzw. ein Upgrade für bestehende Kunden lohnt.

Warpen wird deutlich einfacher

Das Warping ist soeben durch die neue Philosophie hinter dieser Technik wesentlich einfacher geworden.
Was ist „Warpen“ eigentlich? Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet verzerren. Mit Hilfe dieses Mechanismus kann Live überhaupt erst seine „Zauberkraft“ entfalten. Es analysiert Audiofiles beim Import bzw. nach der Aufnahme nach besonders lauten Ausschlägen in der Wellenform und setzt dort so genannte Warp-Marker. Die Idee ist, dass (und das funktioniert natürlich bei rhythmisch eher eindeutig zu analysierendem Club/Dance-Stilen besonders gut) dadurch die starken Zählzeiten bzw. hohen Wellenformausschläge (z. B. Bass-Drum) markiert werden, etwa auf eins, zwei, drei und vier, und die Audiodatei forthin sehr leicht in allen erdenklichen Tempi abgespielt werden kann, und zwar dank dieser Marker immer im richtigen Tempo.
Es war bis Live 7 viel umständlicher, Warp-Marker manuell anzupassen. Seit Live 8 ist auch im Sample-Fenster das Taktraster des Songs zu sehen, wodurch sofort eine exzellente Orientierung möglich ist. Außerdem kann man durch Markieren des Sampleanfangs erstmal den Beginn des ganzen Samples verschieben. Man kann nun in Windeseile ans Zeitlineal anpassen. Großes Lob! Bewegt man die Maus über Transienten eines Samples, entstehen dort „graue“ Pseudo-Warp-Marker, aus denen man durch klicken richtige Marker macht; man kann aber auch einfach diese Transienten bewegen. Im Bild unten: Die gelben Rechtecke sind die am Zeitlineal ausgerichteten Warp-Marker; die kleinen Dreiecke stellen Transienten dar und der graue Marker ist ein Pseudo-Marker.

Warper-Marker Transienten

Die Warp-Funktion war ja schon immer eine der coolsten Möglichkeiten und Hauptfeature in Ableton Live, aber jetzt ist sie plötzlich so, wie man sie sich schon immer gewünscht hat. Bei starken Tempoabweichungen kommt einem noch zugute, dass Transienten-Loop und Hüllkurvenparameter im Beatsmodus eingestellt werden können; hierdurch ist eine naturgetreuere und störgeräuscharme Tempoänderung möglich, also nahezu artefaktfrei.
Dazu kommt noch die Quantisierbarkeit von Audio-Clips. So ist leicht aus einem „straight 8ths“ Groove ein Shuffle gemacht und umgekehrt.

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